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Förderung durch die Studienstiftung des deutschen Volkes 12.01.2007

Förderung durch die Studienstiftung des deutschen Volkes    12.01.2007

„Unsere Auswahlkommission hat entschieden, Sie in die Förderung der Studienstiftung aufzunehmen.“ Bis ich dieses ersehnte Schreiben endlich in den Händen hielt, war es ein langer, steiniger Weg.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist die einzige Stiftung, die nicht an konfessionelle oder politische Überzeugungen gebunden ist. Sie fördert somit Studenten aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur, wobei auf die Eigenschaften „Weltoffenheit, Verantwortung, Nachdenklichkeit, Toleranz, Ideen, Bereitschaft zur Mitge- staltung, Vertrauen, … und natürlich das Ernstnehmen des Studiums …“ besonders Wert gelegt wird. So werden jährlich 6500 Vorschläge eingereicht, von denen zuletzt nur 2000 Stipendiaten gefördert werden. In Gesamtdeutschland beträgt die Stipendiatenanzahl an Hochschulen ca. 6000 pro Jahr.

Am Anfang jedes Auswahlverfahrens steht der Vorschlag eines Lehrers oder Professors, ohne den der Einstieg in das Auswahlverfahren nicht möglich gewesen wäre. Aufgrund sehr guter Leistung im Gym- nasium und Engagements für die Schule und in außerschulischen Bereichen wurde ich von meiner Tutorin Frau Fügert empfohlen. Kurze Zeit nach der Einsendung des Vorschlags bekam ich ein Schreiben, in dem ich aufgefordert wurde, vor Beginn des Studiums einen Bewerbungsbogen sowie einen umfangreichen, ausführlichen Lebenslauf mit der Bewertung von wichtigen Erlebnissen während meines bisherigen Lebens einzusenden.

Nach dem Studienbeginn wurde ich zu einem Stipendiatenauswahlseminar in Sayda eingeladen. Dort traf man nun auf engagierte und leistungsfähige Studienanfänger, die ebenfalls schon eine lange Auswahl- phase hinter sich hatten. Dieses Wochenende war die letzte Bewährungsprobe. In einer für 60 ausgewählte Stipendiaten gebuchten Jugendherberge wurden in Einzelgesprächen und Gruppendiskussionen die letzten Eindrücke gesammelt, denn nur 20 von uns konnten angenommen werden.

Auch außerhalb des „Pflichtprogramms“ gab es anregende Gespräche, somit war das Wochenende ein Gewinn, egal ob man das Stipendium letztendlich bekam oder nicht.

Wie schon erwähnt, bestand die Beurteilung aus zwei Teilen: Gruppendiskussionen und zwei Einzelge- spräche. In Gruppen von sechs Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen hielt jeder von uns ein Kurzreferat (10 min), das danach 20 min diskutiert wurde. Ein Seminarleiter beobachtete und evaluierte das Geschehen.

Das gesellschaftliche oder wissenschaftliche Thema sollte möglichst nicht zu fachspezifisch sein, jeder sollte sich an der Diskussion beteiligen können. Ich hielt das letzte Referat in der Runde. Mit dem Thema „Sind optimistische Illusionen gut für die Gesundheit einer Person (einer Gesellschaft)?“ sprach ich ein psychologisches, sehr polarisierendes Problem an, was eine lebhafte Diskussion entfachte. In den zwei Einzelgesprächen zu je 45 min wurden speziell die eigene Bewertung des ausführlichen Lebenslaufes sowie Hobbys und Interessengebiete hinterfragt. Ebenso spielte die Einschätzung der eigenen Persön- lichkeit und die Bewertung positiver und negativer Charakterzüge eine Gesprächsrolle. Die letztendliche Auswahl erfolgte dann ohne unser Beisein am Sonntagabend, niemand von uns hatte eine vorzeitige Bewertung, was man richtig oder falsch gemacht hat, bekommen.

Nach einer Woche bekam ich dann schon verfrüht die Antwort. Ich war natürlich „happy“, nach dem interessanten, aber doch anstrengenden Wochenende (man redet immer nur über sich!), nun endlich dabei zu sein. Was letztendlich den Ausschlag dafür gegeben hat, dass ausgerechnet ich gefördert werden soll, blieb auch weiterhin im Dunkeln.

Trotzdem blieb der Beigeschmack, dass ich dort sehr gute, begabte und befähigte Mitbewerber getroffen hatte, die es ebenfalls verdient hätten, aber kein Stipendium bekommen haben.

Nun stellt sich noch die Frage, welche Leistung die Studienstiftung erbringt? Als einer von rund 6000 Stipendiaten an Hochschulen bietet man mir neben der finanziellen Unterstützung (Taschengeld + Büchergeld), auch Beratung, Finanzierung eines Auslandsstudiums und die Teilnahme an Sommeraka- demien an. Dies alles bietet die Möglichkeit für einen interdisziplinären Interessenaustausch, eines der Grundanliegen der Studienstiftung. Weitere Informationen dazu kann man auch unter http://www.studien- stiftung.de nachschlagen.

Zuletzt möchte ich mich noch einmal bei den unterstützenden Lehrern, meinen Freunden und der Familie recht herzlich bedanken, ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre.

Uwe Gottschald
Dresden, den 27.12.2006

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